Einleitung zur ALK+ NSCLC

Lungenkrebs kann, wie andere Krebsarten auch, mit einer Operation, mit einer Strahlentherapie oder mit Medikamenten behandelt werden. Zum Teil werden die einzelnen Therapieformen dabei auch miteinander kombiniert. Jeder Patient und jeder Krankheitsverlauf ist anders. Welche Therapien zum Einsatz kommen, entscheiden Mediziner für jeden Betroffenen neu. In die Wahl der geeigneten Therapie fließen viele Gesichtspunkte mit ein.

Die Behandlung von Lungenkrebs richtet sich in erster Linie nach seiner Beschaffenheit. Es gibt zwei Arten von Tumorgewebe mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften, die entsprechend verschiedene Therapien erfordern. Benannt werden die beiden Formen nach den Eigenschaften der Tumorzellen: Kleinzelliger Lungenkrebs wächst schnell und neigt stark zur Bildung von Absiedlungen (Metastasierung), nicht-kleinzelliger Lungenkrebs wächst langsamer und metastasiert weniger stark.

Diagnostische Methoden ermöglichen es heute zudem, genetische Eigenschaften von nicht-kleinzelligen Lungentumoren zu charakterisieren. Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs (NSCLC) wird daher auf Grund typischer Veränderungen im Erbgut (Mutationen) in weitere Unterformen eingeteilt: In ca. 15 % liegt eine EGFR-Mutation vor, in ca. 5 % eine ALK-Mutation. In diesen Fällen spricht man von EGFR- bzw. ALK-positivem Lungenkrebs.

Was sind zielgerichtete Therapien bei Lungenkrebs?

Die Krebsforschung hat in den letzten Jahren einige Mechanismen aufklären können, die zum unkontrollierten Wachstum von Krebszellen beitragen. Auf dieser Grundlage konnten Forscher Medikamente entwickeln, die diese Vorgänge in der Zelle unterbinden. Wir sprechen hier von zielgerichteten Therapien, weil sie in sehr spezifische Vorgänge in Zellen eingreifen. Gerade bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs gibt es verschiedene zielgerichtete Therapien, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können. Hier handelt es sich um Tyrosinkinase-Hemmer (Tyrosinkinase-Inhibitoren, TKI).

Das Signal zum Wachsen unterbrechen: Tyrosinkinase-Hemmer

Um sich zu teilen, brauchen Zellen ein Signal. Dieses Wachstumssignal nehmen sie von außen über Strukturen in der Membran (Rezeptoren) auf, die als eine Art Bote das Signal ins Innere der Zelle leiten. Dabei setzen sogenannte Tyrosinkinasen an der Innenseite des Rezeptors eine Signalkette in Gang, die zur Zellteilung führt. Bei einigen Tumoren gibt es besonders viele dieser Rezeptoren auf der Zelloberfläche und die Tyrosinkinase ist dauerhaft aktiv. Dadurch erhalten die betroffenen Zellen ständig das Signal zur Teilung: Der Tumor wächst. Es gibt jedoch zielgerichtete Medikamente, sogenannte Tyrosinkinase-Hemmer, die ein Auslösen des Wachstumssignals verhindern, indem sie die Tyrosinkinase blockieren. Es handelt sich um sehr kleine Moleküle, die ins Innere der Zelle gelangen können, um dort den inneren Teil des Rezeptors zu blockieren. Diese Unterbrechung der Signalkette verlangsamt sehr effektiv die Zellteilung und damit das Tumorwachstum.

 

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